Leitsätze für die Arbeit am Sozialpädiatrischen Zentrum der Charité

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Diese Leitsätze beschreiben Inhalte und Ziele der Arbeit am Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) auf deren Grundlage Qualitätsziele formuliert und umgesetzt werden.

SPZ Leitung
Das SPZ, welches Bestandteil des CC 17 ist, wird ärztlich geleitet.

Engagement und Motivation
Die ärztlich verantwortete interdisziplinäre Diagnostik und Therapie wird auf Krankheit und Entwicklung der Patienten sowie deren Lebenssituation individuell abgestimmt. Zentrales Anliegen ist es, Patienten und deren Familien in schwierigen Situationen und Zeiten zu begleiten und die bestmögliche medizinische und psychosoziale Versorgung zu bieten. Ein kollegiales, freundliches und professionelles Arbeitsumfeld mit fachlicher Supervision sollen dabei helfen und auch eine hohe Mitarbeitermotivation sichern.

Grundsätzliche Ziele der SPZ-Behandlung sind:

  • Durchführung medizinisch notwendiger Maßnahmen (ärztlich, nicht-ärztlich) zur Behandlung eines Patienten mit einer chronischen Erkrankung

  •  möglichst frühzeitiges Erkennen und Verhindern einer drohenden Störung der sozialen Teilhabe / Partizipation. Liegt diese bereits vor, so werden Maßnahmen zu deren Beseitigung bzw. zumindest deren Linderung angeboten.

  • Förderung der Inklusion chronisch kranker Kinder in ihr gewohntes soziales Umfeld. Die Gestaltung der notwendigen Rahmenbedingungen wird durch erkrankungs-spezifische Information und ggf. Schulungen für Bezugspersonen sichergestellt.

  • Stärkung der familiären Ressourcen (Empowerment), auch durch Hilfeeinleitungen bei drohender Überlastung des Familiensystems.

Mitarbeiterqualifikation
Den Patienten wird hohe fachliche Kompetenz der Mitarbeiter angeboten.

Diagnostik- und Therapiestandards
Das diagnostische und therapeutische Handeln orientiert sich an von nationalen und internationalen Fachgesellschaften herausgegebenen Leitlinien und dem neuesten wissenschaftlichen Kenntnisstand, an deren Erarbeitung sich auch Mitarbeiter des SPZ beteiligen. Die Entwicklung und Evaluierung neuer therapeutischer und diagnostischer Standards im Zuge aktueller wissenschaftlicher Entwicklung, ist eine unserer wesentlichen Aufgaben. Hierzu findet begleitende Forschung statt, deren Ergebnisse unmittelbar in die Versorgung einfließen. Für interne Handlungsabläufe sind Behandlungsstandards etabliert, die entsprechend der Leitlinien fortlaufend weiterentwickelt werden.

Interdisziplinarität und Multiprofessionalität
Die Patienten werden ganzheitlich betreut und dazu von multiprofessionellen Teams behandelt. Die optimale Vernetzung der Möglichkeiten der verschiedenen Abteilungen des SPZs und der Charité-Zentren bietet Zugang zu hochspezialisierter und interdisziplinärer Diagnostik, Therapie und Forschung. Die medizinisch-therapeutischen und psychosozialen Maßnahmen werden darüber hinaus mit Patientenschulungen koordiniert, um die Selbstständigkeit der Patienten zu fördern. Hieraus leiten sich interdisziplinäre und multiprofessionelle Fallkonferenzen sowie Organisation und Übergaben bei stationären Aufenthalten oder auswärtigen ambulanten Vorstellungen als wichtige Aufgaben ab. Ein besonderes Angebot sind interdisziplinäre Spezialsprechstunden.

Patientenorientierte Organisationsabläufe
Die Organisation stellt die Kontinuität der ärztlichen und nicht ärztlichen Versorgung sowie eine patientenorientierte Behandlungsdauer sicher. Ökonomische Arbeits- und Organisationsabläufe sind im Sinne der Effektivität etabliert und werden stetig weiterentwickelt.

Verhältnis von Institution zu Patienten und deren Familien
Die Betreuungsstrukturen sind patienten- und familienorientiert. Es ist ein Ziel, bei komplexen Störungen im Rahmen chronischer Erkrankungen die Lebenssituation und Zufriedenheit der Patienten und deren Familien zu verbessern. Hierbei ist die Wertschätzung für die von den Patienten und ihren Familien vorgebrachten Bedürfnisse und ihre Lösungsversuche unverzichtbar, auch wenn sie im Widerspruch zu dem vom Behandlungsteam formulierten Bedarf stehen. Wir sehen uns als „Anwalt“ der Kinder und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen. Ein Hauptziel ist die Stärkung des Patienten und seiner Familie in ihrer Kompetenz, im Umgang mit der zugrundeliegenden Erkrankung und deren Folgen.

Vernetzung mit anderen Betreuungsstrukturen
Wir legen Wert auf gute Kommunikation mit den zuweisenden Ärzten sowie Mitarbeitern anderer Institutionen. Die Arztbriefe sehen wir als Informationsmedium und erstellen diese in einem angemessenen Zeitraum. Wir bieten fachliche Beratungsangebote sowie Schulungen für Ärzte, Therapeuten, Erzieher, Lehrer usw. an, wodurch auch die Integration der Patienten in ihrem sozialen Umfeld verbessert werden soll. Die Zusammenarbeit mit Eltern- und Selbsthilfegruppen ist fester Bestandteil unserer Tätigkeit.

Durchführen von Qualitätsmaßnahmen und Ergebnisverbesserung
Zum Erreichen und Erhalt dieser Ziele werden kontinuierlich begleitende Qualitätsmaßnahmen durchgeführt. Wir sehen dabei Fehler als Chance zur steten Verbesserung unserer Arbeit und pflegen deshalb eine offene Fehlerkultur. Verbesserungen in der Versorgung werden anhand messbarer Indikatoren evaluiert.

Berlin, 06.03.2019