Diese Leitsätze beschreiben Inhalte und Ziele der Arbeit im SPZ.

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Auf ihrer Grundlage werden Qualitätsziele formuliert und dementsprechend umgesetzt.

Kompetente und verantwortungsvolle Leitungsstrukturen

Das SPZ ist ein Bestandteil des Otto Heubner Centrums für Kinderheilkunde und Jugendmedizin der Charité und garantiert eine in die Klinik integrierte ambulante Versorgung für chronisch kranke Patienten.

Es wird auf der Basis von transparenten Leitungsstrukturen kompetent und verantwortungsvoll geführt. Schwerpunkte sind nach außen die Repräsentation und die Darstellung der Inhalte und Ziele der Arbeit des SPZ sowie die Sicherung der Arbeitsplätze durch qualifizierte Verhandlungen mit den Trägern und Kostenträgern, sowie nach innen die Organisation der multiprofessionellen Patientenbetreuung.

Identität, Engagement und Motivation

Die Identität der Mitarbeiterschaft ergibt sich aus der gemeinsamen Ausrichtung auf die im Folgenden skizzierten Arbeitsziele, die von allen Mitarbeitern mitentwickelt werden. Zentrales Anliegen ist es, Familien in schwierigen Situationen und Zeiten zu begleiten und die bestmögliche medizinische und psychosoziale Versorgung zu bieten. Dies erfordert häufig auch, Spannungszustände auszuhalten. Kollegiale, freundliche und angenehme Atmosphäre im Team sowie fachliche Supervision sollen dabei helfen und eine hohe Mitarbeitermotivation sichern.

Mitarbeiterqualifikation

Den Patienten wird hohe fachliche Kompetenz der Mitarbeiter angeboten. Dazu wird den Mitarbeitern die Möglichkeit zu Fort- und Weiterbildungen  gegeben. Die einzelnen Fachgruppen werden so in die Lage versetzt, eine klare fachliche Einschätzung des jeweiligen Patienten abzugeben.

Diagnostik- und Therapiestandards

Das diagnostische und therapeutische Handeln orientiert sich an den von den Fachgesellschaften vorgegebenen Leitlinien und dem neuesten wissenschaftlichen Kenntnisstand, an deren Erarbeitung wir uns als universitäres SPZ maßgeblich beteiligen. Die Entwicklung und Evaluierung neuer therapeutischer und diagnostischer Standards im Zuge aktueller wissenschaftlicher Entwicklung ist eine wesentliche Aufgabe (EBM). Hierzu findet begleitende Forschung statt, deren Ergebnisse unmittelbar in die Versorgung integriert werden. Für die internen Handlungsabläufe sind entsprechende Behandlungsstandards etabliert, die entsprechend der Leitlinien fortlaufend weiter entwickelt werden.

Interdisziplinarität und Multiprofessionalität

Die Patienten werden ganzheitlich betreut und dazu von multiprofessionellen Teams interdisziplinär behandelt. Die optimale Vernetzung der Möglichkeiten der verschiedenen Kliniken bietet Zugang zu hoch spezialisierter Diagnostik, Therapie und Forschung. Die medizinisch-therapeutischen und psychosozialen Maßnahmen werden darüber hinaus mit Patientenschulungen koordiniert, um die Selbstständigkeit der Patienten zu fördern.

Hieraus leiten sich interdisziplinäre und multiprofessionelle Fallkonferenzen sowie Organisation und Übergaben bei stationären Aufenthalten oder auswärtigen ambulanten Vorstellungen als wichtige Aufgaben ab.

Ein besonderes Angebot sind die interdisziplinären Spezialsprechstunden.

Grundsätzliche Ziele der SPZ-Betreuung sollten sein:

  • Durchführung medizinisch notwendiger Maßnahmen (ärztlich, nicht-ärztlich) zur Behandlung der chronischen Erkrankung inklusive Maßnahmen zur funktionellen Förderung.
  • möglichst frühzeitiges Erkennen und Verhindern einer drohenden Störung der sozialen Teilhabe/Partizipation. Liegt diese aber bereits vor, so werden Maßnahmen zu deren Beseitigung bzw. zumindest deren Linderung eingeleitet.
  • Förderung der Inklusion chronisch kranker Kinder in ihr gewohntes soziales Umfeld. Die Gestaltung der notwendigen Rahmenbedingungen wird durch erkrankungsspezifische Information und ggf. Schulungen für Eltern, Betreuer, Erzieher, Lehrer, Trainer sichergestellt.
  • Stärkung der familiären Ressourcen (Empowerment), auch durch Hilfeeinleitungen bei drohender Überlastung des Familiensystems.

Patientenorientierte Organisationsabläufe

Ökonomische Arbeits- und Organisationsabläufe sind im Sinne der Effektivität etabliert, sollen aber auch den Mitarbeitern eine überschaubare Zeiteinteilung ermög­lichen. Die Organisation stellt die Kontinuität der ärztlichen und nicht ärztlichen Versorgung sowie eine patientenorientierte Behandlungsdauer sicher.

Verhältnis von Institution zu Patienten und deren Familien

Die Betreuungsstrukturen sind, angefangen bei den Ausstattungsmerkmalen, familienorientiert. Es ist ein Ziel, bei komplexen Störungen im Rahmen chronischer Erkrankungen die Lebenssituation und Zufriedenheit der Familie zu verbessern. Hierbei ist die Wertschätzung für die von den Patienten und ihren Familien vorgebrachten Bedürfnisse und ihre Lösungsversuche unverzichtbar, auch wenn sie im Widerspruch zu dem vom Behandlungsteam formulierten Bedarf stehen. Wir sehen uns als "Anwalt" der Kinder und Jugendlichen und weichen Konflikten nicht aus. Ein Hauptziel ist die Stärkung des Patienten und seiner Familie in ihrer Kompetenz im Umgang mit der zugrundeliegenden Erkrankung und deren Folgen.

Das bedeutet eine klare Festlegung, was standardisiert und interdisziplinär leistbar ist und was nicht. Dazu gehört auch der Mut, sich von Familien zu trennen, wenn kein passendes Behandlungsangebot gemacht werden kann und ein anderes vermittelt werden muss oder die Familie ein passendes Angebot nicht annehmen kann.

Vernetzung mit anderen Betreuungsstrukturen

Wir legen Wert auf gute Kommunikation mit den zuweisenden Haus- und Kinderärzten sowie anderen Institutionen. Die Arztbriefe werden in einem angemessenen Zeitraum erstellt. Die Kooperation umfasst auch Coaching und fachliche Beratungsangebote sowie Schulungen für externe Ärzte, Therapeuten, Erzieher, Lehrer usw. wodurch die Integration des Patienten in seinem sozialen Umfeld verbessert wird. Die Zusammenarbeit mit Eltern- und Selbsthilfegruppen ist fester Bestandteil.

Durchführen von Qualitätsmaßnahmen und Ergebnisverbesserung

Zum Erreichen und Erhalt dieser Ziele werden kontinuierlich begleitende Qualitätsmaßnahmen unter Beteiligung aller Mitarbeiter durchgeführt. Wir sehen dabei insbesondere Fehler als Chance zur steten Verbesserung unserer Arbeit und pflegen deshalb eine offene Fehlerkultur.

Verbesserungen in der Versorgung werden anhand von messbaren Indikatoren evaluiert.

Auf die Verwendung von Doppelformen oder anderen Kennzeichnungen für weibliche und männliche Personen (z.B. der/die Patientin) wird verzichtet, um die Lesbarkeit und Übersichtlichkeit zu wahren. Mit allen im Text verwendeten Personenbezeichnungen sind stets beide Geschlechter gemeint

Berlin, 03.11.2002

Aktualisiert im August 2009

Überprüft im Dezember 2011

Aktualisiert im Oktober 2013